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Ab nach Japan

Bald steht wieder 'ne Fortbildungsreise an. Aber bei mir ist die Sache nicht so einfach. Es gibt nur eine handvoll Seminare, die ich als 9. Dan noch besuchen kann. Den letzen Grad, den hab ich auf meine alten Tage nicht mehr gemacht und will das nun nacholen. Am Besten nimmt man sich da 'ne richtige Auszeit, weil man muss seine Seele baumeln lassen, um den inneren Vogel fliegen zu lassen (Auch 'ne Weisheit von meinem alten Meister) . Man muss sich abschotten.

Von draußen, also der Welt, da kommt nur schlechtes. Glaubt mir, ich weiss wovon ich spreche. danshi mon o izureba hyakuman no teki ari (Sobald man vor die Tür tritt, findet man eine Vielzahl von Feinden vor.)

Ich war persönlich bei mehreren Seminaren von Großmeistern. Jetzt will ich endlich ins Heimatland von Karate, nach Japan. Meine Jungs sagen, dass ich da doch nur hinwill, weil die so schöne Mädchen haben. Manchmal unterschätzen die einfach, dass ich an mir arbeite. Tag für Tag. Wer ich der alte Harry geblieben, ich sag's euch, ich wär' irgendwann im Kittchen gelandet, oder schlimmeres. Deshalb seh ich jeden Tag als ein Geschenk.

Ich hät' nicht gedacht, dass ich auf meine Alten Tage noch mit diesem Internet warm werde. Wenn die mir früher gesagt hätten, dass ich dabei Geld sparen kann, dann hät' ich mich nich' so geziert.
Man so richtig billige Flüge über hrs.de buchen. Glaubt ihr, dass ich alter Hase tatsächlich Flugangst habe. Das wird für mich der größte Kampf, seit meine Wettkampftage zu Ende sind.
Ich meld mich bald wieder mit dem neusten Schwank aus meinem Leben. Vielleicht gibt’s ja jemand, der sich dafür interessiert.

2.5.12 09:30


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So kam ich zum Karate

In meiner Jugend da war ich ein richtiger Wilder. Hab gerauft und gesoffen was das Zeug hält. Ich muss sagen da hat nicht mehr viel gefehlt und ich hät' die Kurve nicht mehr gekratzt. Meine Malerlehre hab ich hingeschmissen, da war ich grad mal 17. Dann hab ich mich halt so rumgetrieben, komm schon ihr wisst was ich mein': Den Blues haben, sich gehen lassen, auf Walz gehen, von Stadt zu Stadt. Immer schauen was man so zu fressen kriegt und wenn nix geht, dann halt weiter, immer weiter und weiter, bis man dann irgendwann nicht mehr kann und man sich elendig und fad fühlt. So war's auch bei mir.

Bin 'ne zeitlang durchs Land getingelt. Hab mal hier mal da 'nen Job gefunden. Ich sag meinen Schülern immer: Man muss auch mal Sch** gefressen haben, um später Golddukaten zu kot**. Die lachen immer und sagen Harry: „Wasch dir den Mund mit Seife“ . Aber ich lass mir, im Gegensatz zu den ganzen Drückebergern da draußen ungern den Mund verbieten. Da gab's eine Rasseweib, die Betty, die hab ich kennen gelernt, da war ich noch ganz grün hinter den Ohren. Ich hab da in Düsseldorf in 'nem Restaurant gearbeitet. Jeden Tag die selbe Laier. Um 4.30 raus aus den Federn, die Gummihandschuhe an und dann: Schäumen und waschen, trocknen Polieren. Ha, habe mich gefühlt wie in 'nem amerikanischen Film: Vom Tellerwäscher zum Millionär. Millionär, das ich nicht lache, natürlich habe ich meinen mickrigen Lohn in der Bar nebenan versoffen und verspielt. Den mickrigen Rest den ich hatte, hat mir Betty, diese wunderschöne Rothaarige, dann abgeluchst, als ich nach ner wilden Nacht geratzt hab', wie ein Stein.

Danach wollt ich mein Leben ändern. Ich bin nach Leipzig, hatte ein Job im Krankenhaus und habe im Dojo Roshi mit dem Karate angefangen. Tja, das ist nun so einige Jährchen her. Nun bin ich selbst Lehrer. Wie das Leben halt manchmal so spielt. Macht's gut und bis zum nächsten Mal: Euer Harry.

2.5.12 09:27


Jetzt hab sogar ich 'nen Blog

Ich bin Harry und ein Lebemann. Ja das bin ich. Wenn ich mich heut' so umschau', da graußt's mir vor den Wesen, die sich Männer schimpfen. Nix können die. Die können nen Phasenprüfer nicht von 'nem Schraubenzieher unterscheiden und wenn sie ihrer Alten die Ikea-Vitrine aufbauen können, dann fragen 'se sich was zum Teufel denn bitte ein Imbus sei. Ne, ne Du nicht mit mir. Stattdessen treiben 'se sich ständig hier im Netz rum und verplempern Zeit.

Warum ich das mache, wenn ich doch so schimpf? Das is' ne berechtigte Frage. Muss ein wenig ausholen um die zu beantworten. Also ich verdien' meine Brötchen mit Sport. Genau genommen bin ich Wettkampftrainer für Karate und mach meine Jungs grad für die Regionalmeisterschaft fit. Ich triez die, mein lieber Scholli, wenn se vom Seilspringen richtig am Schnaufen sind, dann lass ich se erstmal schön rennen. Klar, dass ist nicht die alte Okinawa-Art, aber man muss nach der Zeit gehen, wenn man wettbewerbsfähig bleiben will.

Es ist wichtig, sag ich immer zu meinen Jungs, es ist wichtig, dass ihr hart werdet. Und damit mein ich nicht, dass ihr euch die Schienbeine an Betonpfeilern blutig schlagen sollt, sondern dass ihr hart im Geist werdet. Geist, das hat mir schon mein Meister Yamamoto beigebracht, ist das Wichtigste beim Karate. Mag der Gegner noch so groß, noch so breit und noch so flink sein, wenn er auf euch einprügelt, ihr stark seid und 'nen kühlen Kopf bewahrt, dann bietet sich immer 'ne Möglichkeit mit einer Haishu (Handrücken, also ein Nackenklatscher haha) den Gegner schwuppdiwupp auf die Matte zu befördern.

Ich hab den Jungs gesagt, wenn ihr bis zum Ende durchhaltet, dann werd ich Dichter. Und die haben's geschafft. Die haben's tatsächlich geschafft. Christopher hat mir dann gezeigt, wie man einen Blog schreibt und ich muss sagen, es gab ja schon immer ein Paar Sachen, die ich loswerden wollte. In diesem Sinne: „dōjō nomi no karate to omou na“ (= Denke nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet.)


2.5.12 09:26





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